Schulleiterin im Interview - Klasse 8.4 interviewt Frau StD‘ A. Bese über Lieblingslehrer, Berufswahl, Pläne und Veränderungen am GAF
Schülerteam: Frau Bese, wir freuen uns, dass Sie sich etwas Zeit für unser Interview genommen haben. Wir möchten Sie der Schulgemeinschaft des GAF als neue Schulleiterin und als neues Gesicht etwas näher bringen. Wie fühlen sie sich an Ihrem Platz?
Bese: Ich bin seit 8 Wochen hier und fühle mich jetzt schon dazugehörig. Es macht sehr viel Spaß und das Kollegium hat mich sehr gut mit offenen Armen aufgenommen. Ich war gleich zu Anfang auf einem Kollegiumsausflug, es war total nett, lustig und ungezwungen. Insgesamt hat sich das bestätigt, was ich vorher so gedacht hatte. Die Atmosphäre zwischen den Kollegen ist sehr angenehm und offen. Das bestätigt sich immer weiter, wenn ich jetzt häufiger mit jemandem rede oder in den Unterricht gehe.
Schülerteam: Sie waren zuvor zwei Jahre in Hannover im Kultusministerium tätig. Weshalb sind Sie dann an das GAF gekommen?
Bese: Ich bin unheimlich gern Lehrerin. Im Kultusministerium war ich zuständig für die Entwicklung der Lehrpläne. Ich empfand dies als eine spannende Aufgabe und Herausforderung, nachdem ich bereits bis dahin als Fachberaterin für Biologie schon so etwas entwickelt hatte. Mit meiner
-„Jeden Tag ins Ministerium zu gehen und in einem Büro zu sitzen, fand ich nicht so schön auf Dauer“-
Zuständigkeit für alle Fächer habe ich in Hannover einen guten Überblick bekommen. Das hat mir mit meinen Kollegen Spaß gemacht und war eine gute Arbeit. Aber mir haben die Schüler gefehlt, AGs, Schülertheater, Schulbands. Jeden Tag ins Ministerium zu gehen und in einem Büro zu sitzen, fand ich nicht so schön auf Dauer.
Schülerteam: Wollten Sie schon immer Lehrerin und Direktorin werden?
Bese: Ich wollte seit der dritten Klasse schon Lehrerin werden, da eine meiner Lehrerinnen mich damals sehr inspiriert hat durch ihr Auftreten und ihr Handeln im Unterricht. Direktorin wollte ich seit ungefähr 7-8 Jahren werden.
Schülerteam: An welche Lehrerinnen und Lehrer Ihrer Schulzeit erinnern Sie sich heute am liebsten?
Bese: Das ist eine Lehrerin, Frau Petzold, die ich in der Grundschule hatte. Ich fand sie ganz klasse und habe mich auch gefreut, als mein Sohn sie in der Grundschule hatte. Leider ist sie schon früh an einer besonders schweren Krankheit gestorben. Sie hat bis zum letzten Tag unterrichtet, weil ihr das Unterrichten so wichtig war. Wegen ihr bin ich Lehrerin geworden und bereue
-„Es ist ja nicht so, dass ich kommen und sagen muss, wo es lang geht.“-
es nicht. Dann hatte ich einen ganz tollen Mathematiklehrer. Er hat immer, wenn wir gut mitgearbeitet haben, zur Belohnung die letzten 5 Minuten einen Teil aus einem Buch vorgelesen. Er hat es wirklich geschafft, das ganze dicke Buch durch zu lesen. In der Oberstufe fand ich meine Biologielehrerin ganz klasse. Sie kam immer mit Tieren und Pflanzen an und hat uns Biologie so nah gebracht.
Schülerteam: Wie lange arbeiten Sie in der Woche? Wie anstrengend ist Ihre Arbeit?
Bese: Also im Moment arbeite ich ganz, ganz viel. Ich hoffe aber, dass das irgendwann noch weniger wird. Ich bin morgens eigentlich immer um 7.30 Uhr hier und die letzten Wochen war ich manchmal bis abends 19.00 Uhr und bis 21.00 Uhr hier. Ich komme auch am Sonnabend in die Schule. Es ist einfach ein superlanger Tag und gestern habe ich mir gedacht: Ich muss jetzt mal spazieren gehen, ich kann gar nicht mehr sitzen. Obwohl ich auch immer mal
„Ich würde gerne noch weiter entwickeln, wie man schülerorientierten Unterricht gestalten kann.“-
herumlaufe, mit jemanden spreche und auch unterrichte, sitze ich doch schon viel. Insgesamt ist man da am Ende des Tages schon müde. Wenn ich nach Hause komme, bin ich aber auch immer sehr aufgeregt und erzähle meinem Mann die spannenden Sachen.
Schülerteam: Was möchten Sie außer dem baulichen Zustand bald an der Schule verändern?
Bese: In den letzten Jahren hat sich viel getan in der Forschung, sodass man auch weiß, wie man Unterricht vielleicht anders gestalten sollte, schülerorientierter, sodass häufiger selbstständig gearbeitet wird und nicht mehr soviel Frontalunterricht stattfindet. Ich hab jetzt schon ein paar Lehrkräfte im Unterricht besucht und weiß, dass die das auch können. Es ist ja nicht so, dass ich kommen und sagen muss, wo es lang geht. Hier gibt es ganz, ganz viele, die das auch machen und können. Ich würde gerne noch weiter entwickeln, wie man schülerorientierten Unterricht gestalten kann.
Schülerteam: Wie oft haben Sie heute schon jemanden gelobt?
Bese: Wie oft habe ich heute schon jemanden gelobt? – Ich hatte heute eine Stunde Unterricht, das heißt, da saßen 24 Schüler vor mir und die mussten Werbeplakate, eine Werbeanalyse machen und darstellen. Da habe ich schon die Gruppen, es waren vier Gruppen, gelobt für ihre Arbeit. Ich weiß jetzt nicht wie viel Einzelne. Ich habe aber auch ein bisschen kritisch über die Plakate geredet. Dann habe ich gerade eine Lehrkraft gelobt.
Schülerteam: Frau Bese, wir danken Ihnen für das Interview!
(Das Gespräch führten Paula Becker, René Schneider und Büsra Ürker am 24.09.2010 im Zimmer der Schulleiterin)