Das Hospiz ist ein Ort des Lebens

Das Hospiz ist ein Ort des Lebens

Petra Gottsand, Hospizleiterin des Braunschweiger Hospizes am Hohen Tore, besuchte die neunten Klassen des Gymnasiums am Fredenberg.

Ein Haus mit zwölf Zimmern für Sterbende soll „toll“ sein?
Aufgrund des Themas „Altern, Sterben und Tod“, welches die Gymnasiasten aus dem neunten Jahrgang in ihrem Werte und Normen-Unterricht durchnehmen, haben sie die Hospizleiterin Petra Gottsand aus Braunschweig in den Unterricht eingeladen, um das Thema intensiver durchzunehmen und mit Frau Gottsand ins Gespräch über die Hospizarbeit zu kommen.

Die Schülerinnen und Schüler haben sich organisatorisch mit Fragebögen und
Moderationvorbereitet, um die ehemalige Kinderkrankenschwester am 13.04.2015 herzlich zu empfangen.

„Im Hospiz am Hohen Tore in Braunschweig begreifen wir die Zeit des Sterbens als eine Zeit des Lebens, die Patienten und die zu ihnen gehörenden Nächsten als wertvoll und erfüllt erfahren wollen“, wiederholte Frau Gottsand mehrere Male. Sie verdeutlichte der Klasse, dass ein normales Leben kurz vor dem Tod möglich ist.
Die Sterbenden haben Gelegenheit, ihre Zimmer selbst zu gestalten und ihren gewünschten Aktivitäten nach Möglichkeit nachzugehen. Auch Angehörige können bei den Patienten übernachten. „Das Hospiz ist sehr schön eingerichtet mit farbenfrohen Bildern und es herrscht eine angenehme Atmosphäre“, sagte Frau Gottsand. Neben den festangestellten Mitarbeitern arbeiten im Hospiz sehr viele Ehrenamtliche. Häufig gibt es auch Auftritte, z.B. von Musikern, oder es werden gemeinsame Feste wie ein großes Sommerfest veranstaltet, wobei auch Menschen von außerhalb mitfeiern können.

Die Hospizleiterin erzählte den Schülerinnen und Schülern auch von emotionalen Ereignissen wie eine in wenigen Tagen geplante Hochzeit im Hospiz, wobei der Bräutigam wenige Wochen später verstarb. Solche Geschichten haben uns alle sehr berührt. Erstaunlicherweise gibt es auch Fälle, bei denen einPatient im Hospiz nicht stirbt. Dieser muss das Hospiz dann wieder verlassen, um jemandem, der dringender einen Platz benötigt, das Zimmer zu überlassen.

Am Ende der 90-minütigen Gesprächsrunde hat Petra Gottsand uns auch zu einem Hospizbesuch eingeladen. Uns allen hat ihr Besuch sehr gut gefallen und wir würden uns freuen, das Hospiz besichtigen zu können.

Von Marilia Da Silva und Jil Reihs