Ausstellungseröffnung
Wider das Vergessen
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GAF erinnert an die Überwindung von Teilung und SED-Diktatur vor 20 Jahren
Mit zwei besonderen Veranstaltungen versucht das GAF Schülerinnen und Schülern die Bedeutung der Wiedervereinigung im nationalen Jubiläumsjahr bewusst und erlebbar zu machen. Über den normalen Geschichtsunterricht hinaus sollen eine 14tägige Ausstellung „Von der Friedlichen Revolution zur Deutschen Einheit“ und ein Besuch der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (ehemaliges sowjetisches Speziallager und Stasi-Gefängnis) das Gespür für das Leben in der Diktatur schärfen. Denn die Schülerinnen und Schüler sind bereits im vereinigten Deutschland geboren. Mit dem Aufzeigen unterschiedlicher Facetten der jahrzehntelangen gewaltsamen Trennung und des Denkens in Ost- und Westkategorien soll im Rahmen des Geschichtsunterrichts einer beobachtbaren Ostalgie und Westalgie entgegengewirkt werden.
Ein Gespür dafür zu entwickeln, wie die Einparteiendiktatur im Alltag getickt hat, war das Anliegen von Michael Wildt, der am vergangenen Freitag vor 150 Schülern des Gymnasiums Am Fredenberg die von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte Plakatausstellung eröffnete. Wildt , Theaterwissenschaftler und ehemaliger Bürgerrechtler, berichtete dabei aus eigener, ernüchternder Erfahrung. Für die Schüler spannend und eindrucksvoll entfaltete Wildt am Beispiel absurder Geschichten die Geschichte der untergegangenen DDR, die stetige Verbindung zwischen Stasi und SED. Kritisch und sich von Trends in Ost und West distanzierend, betonte er, dass diese Geschichte heute leider wieder sehr umstritten sei. Auf die Frage eines Schülers, ob es denn eigentlich etwas Positives an der DDR gegeben habe, warnte Wildt vor falscher Mythisierung. Die in den neuen Bundesländern heute oft beschworene angebliche Solidargemeinschaft sei in Wahrheit eine dem Mangel entsprungene Notgemeinschaft gewesen. Wildts Fazit : Man konnte in der DDR wunderbar leben, solange man sich der SED unterwarf, keine Eigeninitiative ergriff und über sich entscheiden ließ, was gut und was schlecht war.
Die Plakatausstellung ist bis zum 12.11.2010 für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft des Gymnasiums in der Zeit von 13.00-18.00 Uhr im Neubaugebäude / Ebene III ohne vorherige Anmeldung zu besichtigen.




